Abizeitung 2000

Bertha von Suttner Gymnasium Andernach - Seite 149

149-Liebe

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als wir gehen lernten
149
Abi-Jahrgang 2000
Liebe Schüler und Schülerinnen,
oder wie Frau Stähle sagen würde
Liebe Schülerinnen und Schüler,
ich möchte Euch an meinen Erfahrungen, die ich in den letzten zwei Jahren bei Frau Schmitz gesammelt habe,
teilhaben lassen. Als ich in der 12 meinen Stundenplan bekam und erfuhr, dass ich Frau Schmitz in Französisch
bekomme, habe ich mir keine Gedanken gemacht, weil ich damals noch nicht wusste, dass es jemanden gibt,
der so intolerant ist wie Frau Rita Schmitz.
Also ging ich guten Willens in den Raum 15, um meine Französischkenntnisse zu erweitern und Neues zu lernen.
Frau Schmitz sah auch nett aus und so machte ich mir damals noch keine Sorgen. Der Alptraum begann, als wir
uns alle hinsetzten und Frau Schmitz verlangte, dass wir uns alle so umsetzen, damit sie uns alle sehen konnte.
Natürlich sah keiner die Notwendigkeit dieser Handlung ein, also blieben wir sitzen. Doch Frau Schmitz war
stur und dickköpfig, sie wollte ihre Meinung durchsetzen, auch wenn eine Doppelstunde darauf ging, von uns
immer wieder zu verlangen, uns in ein U zu setzen. Na ja, der Klügere gibt nach, also setzten wir uns um, wobei
es immer noch zwei Intelligente gab, die mitten im Raum saßen (Ihr kennt ja die Sitzordnung). Als Frau Schmitz
begriff, dass sie sich nicht umsetzen würden, gab sie auf und fing mit ihrem Unterricht an. Da unser Kurs sich
aus verschiedenen Kursen der 11 zusammensetzte, hatten wir natürlich auch unterschiedliche Wissensniveaus.
Doch weil Frau Schmitz einen Teil von uns schon in der 11 hatte, war sie der Meinung, dass wir alle dieselben
Texte gelesen haben. Es half nichts, ihr zu sagen, dass wir einige Texte noch nicht besprochen hatten, deshalb
nicht mitreden konnten und dass wir teilweise Französisch als zweite Fremdsprache hatten. Ich hatte den
Eindruck, dass sie in den Sommerferien schon ihren Plan festgelegt hatte und ihn weder ändern, noch irgendwelche
Kompromisse eingehen wollte. Hätten wir sie denn dann in ihrer Flexibilität gestört?!
Frau Schmitz’ Lieblingsbücher waren immer Bücher aus dem vorherigen Jahrhundert, die sich meistens mit
Kirche, Gott, Fegefeuer und Hölle befassten. Ich fragte mich damals und auch jetzt noch, ob ich diese Vokabeln
benutzen kann, wenn ich demnächst nach Frankreich gehe, (à la: “Bonjour, est-ce que vous pouvez m’expliquer,
comment je viens à la purgatoire?”, was auf Deutsch so viel heißt, wie “ Wo bitte geht’s zum Fegefeuer?”)
wahrscheinlich nicht, doch auch dieser Hinweise, brachte bei Frau Schmitz keine Änderung des Plans. Der
Unterricht wurde genauso geführt wie bisher. Die Geschichten wurden in Abschnitte unterteilt und zusammengefasst,
was an sich keine schlechte Idee war, nur wenn sich jemand gemeldet hat, um einen Vorschlag zu einem Kapitel
zu machen, wurde dieser nicht akzeptiert, weil er nicht mit dem auf dem gelben Zettel von Frau Schmitz
übereinstimmte. Und wenn es auch nur ein Artikel war, der von Schmitz’schen Version abwich, es wurden zwar
weitere Vorschläge gesammelt, um dann am Schluss doch die Zusammenfassung von Frau Schmitz an die Tafel
zu schreiben. Ach! und an der Tafel stand nicht etwa Frau Schmitz! Sondern sie wählte einen Schüler aus, der
die Ehre hatte, das ganze dann an die Tafel zu schreiben, um von Frau Schmitz in ihrem belehrenden Ton darauf
hingewiesen zu werden, wenn er ein Fehler machte. Es wurde ihm das Gefühl gegeben, als ob er überhaupt nicht
in der Lage sei, einen vernünftigen Satz anzuschreiben. Noch beliebter als das Hinweisen auf Fehler, war bei
Frau Schmitz das Aufrufen eines Schülers an die Tafel, damit dieser einen Kapitel in einem Satz (!)zusammenfassen
durfte, um diesen an die Tafel zu schreiben. So hatte Frau Schmitz die Möglichkeit ihn zweimal für den selben
Fehler vielleicht zu “ermahnen”.
Wenn jemand trotz des Nichtaufzeigens drankam und sich damit heraus reden wollte, dass er die Frage nicht
verstanden hat, so wurde extra für ihn die Frage vom Kurs oder wenn der Kurs auch nicht übersetzten konnte
von Frau Schmitz persönlich, übersetzt, damit er diese auf Deutsch beantworten konnte. Doch damit war er nicht
fertig! Nachdem er die Frage, sagen wir mal, zufriedenstellend, beantwortet hatte (bei Frau Schmitz gibt es kein
“gut”), musste er seine Antwort ins Französisch übersetzten, so dass es schon mal vorkam, dass Frau Schmitz
sich 20 Minuten lang mit einem Schüler beschäftigt hat. Wegen all dieser Gründe hat es niemals jemanden
gewundert, dass in des zehnten Stunde Montag nachmittags fast immer die Hälfte der Schüler gefehlt hatte.
Ganz allgemein gesagt, hat Frau Schmitz mir das Gefühl gegeben, nichts zu können, überhaupt kein Allgemeinwissen
zu haben und total unfähig zu sein, Französisch sprechen zu können, so dass ich sagen kann, dass ich in den
letzten 2 Jahren mehr verlernt als gelernt habe.
Stopp!!! Man kann nicht sagen, dass für alle von uns der Unterricht umsonst war: Kerstin S. kann z. B. die
Reihenfolge der Bilder im Raum 15 auswendig aufsagen, und Maria hat alle Bücher, die wir besprochen hatten,
schriftlich übersetzt, so dass der Unterricht sich für diese Zwei richtig gelohnt hat.
Danke Frau Schmitz
Olga Schatz




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