Abizeitung 2000

Bertha von Suttner Gymnasium Andernach - Seite 35

035-Rita 2

Vorheriges   Startseite   Index   Größere Ansicht   Nächstes

Seite 35, 035-Rita_2

Download Bild: 035-Rita_2.jpg   Download PDF: 035-Rita_2.pdf.


Text auf dieser Seite:

als wir gehen lernten
35
Abi-Jahrgang 2000
Kurz und knapp – mehr von R4
[Wie jetzt? Oder: Rötter vs. Schmitz]
Im Deutsch lGK (Abk. für Leistungs-Grundkurs, also Grundkurs auf LK-Niveau) hat Herr Rötter
immer wieder versucht, uns den Unterschied zwischen Autor und Erzähler klarzumachen. Wenn in
einer Geschichte der Erzähler etwas kommentiert – z.B. die Hauptfigur beschreibt – durften wir das
bloß nicht mit dem Autor verwechseln, denn dieser Kommentar kommt nach wie vor vom Erzähler;
auch wenn man meinen könnte, der Autor selbst würde sprechen. Diese Regel scheint aber ausschließlich
für deutsche Literatur zu gelten, denn wenn in französischen Lektüren ein Kommentar eines auktorialen
Erzählers steht, ist das tatsächlich der Autor. Zumindest war Frau Schmitz nicht bereit, Herrn Rötters
Regel zu akzeptieren – ein schönes Beispiel, wie manche Lehrer sich gegenseitig widersprechen.
[Noten-Trouble]
Es geht bei der Arbeit mal wieder um winzige Unterschiede zur nächsthöheren Note.
Frau Schmitz: “Ach, sei doch nicht so erbsenzählerisch, selbst wenn das jetzt die Zeugnisnote ändern
würde; darauf kommt es doch überhaupt nicht an”
“Aber der NC, auf den kommt es nachher an”
Frau Schmitz: “Ach, ich weiß überhaupt nicht, was ihr wollt. Also MIR hat man früher öfter mal eine
unverdient schlechte Note gegeben, damit ich mich nicht überschätze und nachher auf die Idee komme,
Französisch zu studieren”.
[...!]
[Wiederholungen die erste]
Montag In einer der hochbeliebten (und merkwürdigerweise so schlechtbesuchten) Abends-
Doppelstunden Französisch haben wir einmal die 2. und 3. Seite einer Lektüre behandelt.
Nicht, dass das viel gewesen wäre für eine ganze Doppelstunde (wie gesagt, 2 Seiten in
2 Stunden...), aber...
Donnerstag ...in der nächsten Doppelstunde wurden die Montags-Stunden noch mal komplett
wiederholt. Und zwar so, dass auch wieder die ganze Doppelstunde draufgegangen ist.
Frau Schmitz: “Ja, das müssen wir jetzt machen, damit die anderen, die letzes Mal gefehlt
haben, das auch kennen.” Dumm nur für den Rest, denn der hatte schon vom letzten Mal
genug und fragte sich, warum er überhaupt dabei sein musste.
Donnerstag Na, was haben wir eine Woche später gemacht? Richtig, wir haben die Doppelstunde
noch mal gemacht. Diesmal als Festigung, damit es auch ja sitzt (schließlich hat ein Teil
das Ganze nur einmal gehabt und deshalb einen Nachteil gegenüber denen, die das schon
mal wiederholt haben).
Jetzt fragt man sich natürlich: Wie konnte das überhaupt ein Ende nehmen? Aber die Antwort ist ganz
leicht: Irgendwann ist das Schuljahr ja auch zuende...
[Wiederholungen die zweite]
Frau Schmitz lässt an die Tafel schreiben. Fabian sagt, dass er gemerkt hat, dass an der Tafel direkt
hintereinander dreimal dasselbe steht; nur in drei unterschiedliche Ausdrücke gefasst (« il est insûr,
inconstant et il change souvent sa résolution » ; übersetzt: “er ist unsicher, nicht konstant und er
wechselt oft seine Meinung”). Frau Schmitz: “Nun, wir sind hier in einem GK und müssen zusehen,
dass wir einen gewissen Standard halten, und wenn das auch heißt, dass wir unterschiedliche
Begrifflichkeiten lernen müssen. Das dient halt der Einprägung von bestimmten Sachverhalten.”
Aha. Wieso machen wir dann überhaupt eine Lektüre? Reißen wir das Ganze doch einfach aus dem
Kontext, bekommen blätterweise Vokabeln (oder ganze Sätze) mit möglichst vielen Synonymen und
lernen die auswendig. Damit können wir den “Standard” doch prima halten – und es wird auch kein
Stuss an die Tafel geschrieben.
Das wäre jedenfalls die logische Konsequenz, und wer weiß, vielleicht wird das ja die neue Form der
fremdsprachigen GKs. Noch viel Spaß im Französisch-Unterricht wünschen wir jedenfalls Frau
Schmitz und allen ihren Schülern.
Stefanie Wichmann / Fabian Morck




Links
Bilder aus Nickenich

In Erinnerung and den lächelnden Mac Plus, den man beim Start von Mac OS 1 bis X.1 sieht...